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Über eggu

One life - live it

Anhängerkupplung

Da wir mit Yeti ab und zu auch Anhänger rumziehen, muss eine Anhängekupplung ran. Die Trittstufe werden wir durch eine neue Konstruktion ablösen.

Dashboard & Kleinigkeiten

-RAM Mount-Halterungen für Funk, Smartphone und Tablet
-Handschuhfach-Umbau (von Nakatanenga)
-DAB+ / Bluetooth Radio JVC
-Radio-Antenne (von Nakatanenga)
-Türöffnungswinkel hinten (von Nakatanenga)

Als nächstes werden die ganzen Komponenten noch verkabelt.



Einbau Rücksitzbank

Der Vorbesitzer hatte anstelle der Rücksitzbank eine Plattform und ein Trenngitter montiert.
Als allererstes haben wir diese Plattform ausgebaut und wieder die originale Rücksitzbank eingebaut.

Zuhause sein

Was „Zuhause sein“ bedeutet wird erst klar, wenn man eine Zeit lang nicht da war. Unsere Familien und Freunde sind der Grund, warum uns das Einleben hier nicht allzu schwer fällt. Es wird uns geholfen, wo man kann. Wir werden eingeladen, verwöhnt und befragt.
Vor 4 Wochen wurden wir mit einem grandiosen Empfang wieder hier aufgenommen. Dass wir die vielen vertrauten Gesichter bereits am Flughafen sahen und uns in eure Umarmungen fallen lassen konnten, hat uns überwältigende Freude gemacht. Heimatklänge inklusive – Hammer! Einen schöneren Abschluss für unsere Reise hätten wir uns nicht erträumen können. Sonntags – als weitere Überraschung – habt ihr euch erneut Zeit für uns genommen.
Den gemütlichen Tag im schönen Niffel haben wir riesig genossen und kaum genug von euch allen bekommen!

In tausenden von Worten haben wir unsere Reise beschrieben. Die Dankbarkeit aber, die wir euch für eure Unterstützung schulden, können wir unmöglich in Worte fassen. Dank euch dürfen wir uns Zuhause fühlen. Willkommen sein. Und dass ihr obendrein noch Hilfe leistet, wo ihr könnt, um uns den Start hier zu vereinfachen, ist einfach wunderbar.

Ihr seid die Besten.
DANKE


Zur allgemeinen Information hier die meist gestellten Fragen/ Antworten im Überblick:
Frequently asked questions FAQ:

Sender weder do?!?“

Ja. Sind wir. Und wie!

Ond, esch schön gsi?“

Ja. Elf Monate in ein kurzes, verallgemeinerndes Wort fassen zu müssen ist zwar eher schwierig. Aber ja, schön war es auch. Und kurzweilig und schweisstreibend und lehrreich und emotionsgeladen und entspannend und anstrengend und beeindruckend und auch sehr sehr schön, ja.

Händer euch guet weder iigläbt?“

Noch nicht ganz, nein. Es fühlt sich zwar herrlich vertraut an, sich in der heimischen Umgebung zu bewegen. In der Migros go pöschtele. Feines Wasser aus dem Hahn zu trinken. „Grüezi wohl“, „Ade metenand, Merci, schöne Tag“ zu hören. Und der Frühling putzt das bezuckerte Bergpanorama obendrein derart glamourös heraus, dass es schon fast zu Tränen rührt.

Aber einleben heisst auch Rhytmus finden, Termine einteilen, Ruhe finden. Das kommt nun Schritt für Schritt. Das schweizer Leben ist ganz schön eng organisiert, wisst ihr?

Wo heds euch de am Beschte gfaue?“

Bei dieser Frage klopft der innere Gerechtigkeitssinn empört auf den Tisch. Es ist falsch, hier eine Wertung abzugeben. Wir haben diese Reise als ganzes in wunderbarer Erinnerung. Denn, egal in welchem Land, gab es Begegnungen mit einzigartig lieben Menschen, eine mit Wundern gefüllte Natur und spannende Kultur. Hier ein Land dem anderen vorzuziehen wäre ungerecht. Gut und Böse gibt es, wie ihr ja wisst, überall auf der Welt. Aber wenn ihrs genau wissen wollt, Unser absolutes Liebslingsland ist die Schweiz. Da gibts nämlich euch.

 

 

Australien V

Die Ereignisse überschlagen sich. Es scheint fast, als hätte sich Westaustralien ein besonders fulminantes Schlussbouquet für uns ausgedacht! Mit lauter tierischen Überraschungen, viel australischem Wein und fucking great new buddies.
Der Reihe nach:

Force, the horse und Boss, das Ross

In Kalbarri erfüllt sich für mich – Janine – ein lang gehegter Wunsch. Wir finden das Glück dieser Erde auf dem Rücken der Pferde. Das gehört sich schliesslich für Hobbyabenteurer wie uns.
Auf der Ranch „Big River“ gibt es, neben einem simplem Campingplatz und einer entspannten, Crew, 30 glückliche, wundervolle Pferde. Adi lässt sich bereitwillig auf das neue Transportmittel ein. Es lohnt sich! Über hohe Sanddünen führt uns der gesprächige Guide an relaxten Kängurufamilien vorbei bis hinunter zum Strand. Im Galopp geht es weiter bis zum Fluss, wo wir mitsamt unseren durchtrainierten Hafertöffs eine Abkühlung im Wasser nehmen. Aber richtig! Nach knapp 3 Stunden kehren wir mit Force und Boss zum Stall zurück und ich für meinen Teil kriege meine Mundwinkel für den Rest des Tages nicht mehr nach unten. Adi hat es übrigens auch sehr gefallen. Und erstaunlicherweise hat sein Hintern das ganze fast schmerzlos überstanden.

Mehr Vierbeiner

Zwei Aussies im Park gehen mit besonderen Tieren spazieren. Sie sind pelzig, haben riesige schwarze Kulleraugen und einen urkomischen Gesichtsausdruck – Lamas!
Wir sind sofort neugierig und fragen dem sympathischen Besitzerpaar Löcher in den Bauch.
Weil das bei denen gut ankommt, werden wir spontan zum Zmittag eingeladen – um dort die gesamte Lamafamilie und ihre Alpacafreunde kennenzulernen! Ein Heidenspass ist das. Wir dürfen die wolligen Tiere füttern und streicheln, ihnen in die lang bewimperten Augen schauen um uns kurz darauf Hals über Kopf in sie zu verlieben. 🙂
Jean, die fleissige Bäuerin, zeigt uns ihr Wollatelier, wo sie die Alpacawolle wäscht, färbt, spinnt, strickt, oder filzt. Bill, der ruhende Pol dieser Beziehung, erzählt uns derweil etwas über ihre Olivenbäume, das ausgeklügelte Bewässerungssystem und – jetzt kommts – den selbstgemachten Wein! Wir sind vollends begeistert.

RoKis Spielplatz

Der Sand in Ledge Point, nähe Lancelin, zieht sich über Kilometer dem türkisen, wild schäumenden Meer entlang und ist so weiss, dass die Sonnenbrille zwingend notwenig wird. Adi sieht in den traumhaft geschmeidig geformten Dünen den idealen Spielplatz für RoKi. Ich meinerseits verkneife mir mühsam die aufkommende Besorgnis, während wir über die Hügel fliegen. Als Belohnung gibts einen romantischen Schlafplatz mit den Füssen im kühlen, allerfeinsten Sand, der sich im Sonnenuntergang in zauberhafte Farben hüllt.

Zu den Tierstatistiken

Leider müssen wir den aktuellen Statistiken betreffend Roadkill einen Zusatz anfügen.
Ein Emu. Das arme Tier hat es nicht vor Roki über die Strasse geschafft.
(Jaja, ihr denkt jetzt bestimmt schon an den Grill – aber nein, wir haben es nicht verspiesen.) Rest in peace, dear Emu.

Perth, City of Friends

Vor über 2 Monaten haben wir ja in Tasmanien diesen Harry getroffen. Mittlerweile dürfen wir den enthusiastischen Outdoorfreak zu unseren Freunden zählen. Ohne ihn und seine Freunde wäre uns die Zeit in Perth so viel schwerer gefallen! Bei Jana und Shane, Harrys besten Freunden dürfen wir wohnen. Ein Gästezimmer ist schon für uns bereit und wir werden herzlichst empfangen von den 2 lieben mit ihrem Hund Loki (ein Pferd von einem Hund!).
Die Zeit in dieser architektonisch zwischen Kolonialstil und Blingblingwolkenkraterismus schwankenden Stadt vergeht wie im Flug. Wir shoppen Souvenirs, werden Sonntags zum Bootsausflug eingeladen, besuchen die Kunstgallerie (in der Jana als Kuratorin arbeitet – wie toll ist denn das?!), probieren uns durch die Weingüter im Swan Valley und – ein bisschen Arbeit nebst all dem Vergnügen – wir putzen RoKi. Zwei Tage Schaum und Schweiss sorgen für blitzblanke Roststellen und polierte Beulen. Der Verlad in den Container verläuft reibungslos. Tonja von Bullocks und Massimo von ITS sei Dank!
Harry und seine Freunde werden zu unserer Basis, von der aus wir noch einen ganzen Haufen anderer Leute besuchen. George, Gobi, Jönu, Claudio, Armando, Christine, Fred… Mit allen verbringen wir  eine herrliche, gemütliche Zeit mit viel Bier und Geschichten aus dem letzten, mit so vielen Einzigartigkeiten gespickten Jahr.
@Ozzies: You fucking cunts are awesome! And the ladies: it has been our most fabolous pleasure

This is the end of the story

Es bleibt uns noch 1 Tag. Vergangen sind 336 Tage seit wir losgefahren sind.
41’500 Kilometer. 21 Länder. 3 Kontinente. 4,5 m2 Wohnraum auf 5 Zylinder.
Die vielen Geschichten, die ihr euch dann jahrelang anhören müsst, sind bereits Teil von uns geworden. Was haben wir gelacht, geweint, geschwitzt, gefroren, geflucht, uns gezankt, versöhnt, uns nach euch gesehnt und ganz viel über das Leben gelernt.
Mit Freude, Dankbarkeit und auch ein wenig Stolz schauen wir zurück auf den Weg, den wir über die Erdkugel gezogen haben.
Den unglaublichen Menschen, denen wir begegnet sind verdanken wir so viel. Inspiration, neue Blickwinkel, unbedingte Gastfreundschaft, ausgelassene Freude, und spannende, erkenntnisreiche Gespräche. Wir werden einen Teil von euch in unseren Herzen Nachhause tragen.
Euch lieben Zuhause verdanken wir ebensoviel. Erst zu wissen, dass unser sicherer Hafen uns wieder in sich aufnehmen wird, gab uns den Antrieb, diese Reise zu wagen. Mit euren Besuchen, den lieben Rückmeldungen zu unseren Berichten, eurem Mitfiebern und eurer Mitfreude habt ihr unsere Reise besonders gemacht.
Wir freuen uns auf euch, so wie wir uns noch nie zuvor auf euch gefreut haben.
Macht euch also auf erdrückend feste Umarmungen gefasst.

Zum letzten mal nun also – unsere allerliebsten Grüsse aus down under.
Catch you later, mates! (genauer: Samstag 21. März 2015, Mittags am Flughafen Zürich)
J&A

PS:
@A: Danke. Mit Dir um die halbe Welt – Ich würde es sofort wieder tun. :-*

Australien IIII

Von fürsorglichen Tankwartinnen, unseren triefenden Erfahrungen mit der Wetseason und RoKi’s erstem hardcore Windeneinsatz. Und vom fröhlichsten, neugierigsten Unterwassertier, dem wir je begegnet sind! Und auch noch vom Anglerglück. Endlich! Von vorn:

Red center bis Westküste

Alice Springs wollen wir über den Tanami Track verlassen. Besagter verbindet Northern Territories mit Western Australia, ist eine 1077 Kilometer lange Schotterpiste an deren Weg fast nichts liegt, das Zivilisation nahe kommt. Es gibt unterwegs 2 Tankstellen, eine Goldmine, Temperaturen über 40 Grad und ansonsten nur unzählige, lustig moppelige Termitenhügel. Zum Vergleich: Für europäische Verhältnisse wäre das ca. Luzern-Hamburg. Einfach ohne Städte, Menschen, Wasser und sowas dazwischen. Wir bereiten uns brav vor auf die weite Reise, packen extra Notrationen Futter ein, viel Wasser und Diesel. Denn schlimmstenfalls kann es schon mal 3 Tage dauern, bis ein anderes Fahrzeug vorbei kommt. Wir fahren los, alles läuft rund. Die Dame bei der ersten Tankstelle ist dann auch entsprechend gesprächig, als wir bei ihr ankommen und fragt uns ganz genau aus, ob wir denn auch alles dabei haben, ob jemand Bescheid wisse wo wir sind, papipapo. Stolz können wir der lieben Frau alle Fragen richtig beantworten und sie lässt uns mit dem Versprechen gehen, dass wir sie anrufen, sobald wir „drüben“ sind. Manchmal sind sie etwas mütterlich, wenn es um Sicherheitsfragen geht, die Aussies… Aber uns solls Recht sein.
Umso mehr staunen wir dann aber, als am Morgen der ersten Nacht 3 normale PW’s gefüllt mit Thais neben unserem Camp stehen. Der Älteste von ihnen kommt nervös zu uns und erkundigt sich, ob es denn hier nach Darwin gehe. Nein, tut es leider nicht. Da hat sich der Herr um gute 450 Km getäuscht. Wir tun unser Bestes, damit die Gruppe heil den Rückweg findet und wissen nun auch, warum die Australier sich so sorgsam um ihre Touristen kümmern.

Die Natur – Ein Künstler!

Der Karijini NP im Inland, südlich von Port Hedland, erobert unser Herz mit seinen abenteuerlichen Schluchten, die als Belohnung am Ende allesamt mit erfrischenden Pools aufwarten. Jeden Morgen stehen wir in aller Herrgottsfrühe auf und erkunden auf Wanderungen die farbenfrohen Felswege hinab in den Schatten, zum grünen Wasser. Obendrein sind wir auch die einzigen dort und so geniessen wir drei Tage in der spektakulären Natur und dem Unterhaltungsprogramm, das sie zu bieten hat: Spa in den Pools, Farb- und Formen-Kunstgallerie an den Felswänden, Spurenlesen im Sand und das alles zum Soundtrack der frohlockenden Vögel.
Dass wir fast allein hier sind könnte übrigens daran liegen, dass es sehr heiss und trocken ist und einen die 10 Milliarden Fliegen fast auffressen. 7 Liter Wasser am Tag kombiniert mit der Frühaufstehertaktik und dem Fliegennetz sind da die Lösung.
Die atemberaubende Schönheit dieser Landschaft belohnt uns dafür umso mehr.

Der Sturm und der Fisch in Broome

An der Küste ist es dann feuchter. Es ist nämlich Wetseason in den tropischen Gebieten Westaustraliens. Nur haben wir bis anhin nichts davon mitbekommen, denn es ist immernoch heiss – so 34 grad schon um 6 Uhr morgens – und Regen haben wir fast nie. Die Luftfeuchtigkeit ist dafür umso höher.
In der Nähe von Broome passiert es dann. Wir haben gerade unser Lager nahe eines Mangrovenwäldchens aufgeschlagen und das Feuer fürs Roastbeef knistert bereits, als sich der Himmel rasant verdunkelt. Optimistisch wie wir sind, denken wir noch dass der Wind den ungemütlichen Sturm keinesfalls in unsere Richtung blasen wird. Und werden kurz darauf eines besseren belehrt. Ein Gewitter wie wir es noch nicht erlebt haben, tobt über uns hinweg.
Innerhalb weniger Sekunden ist das Feuer erlischt, wir sind nass bis auf die Knochen und im Eifer des Aufräumtrubels ist auch noch das schöne Fleisch im Sand gelandet. RoKi ist unser sicherer Hafen und so retten wir uns hinein, während der Boden unter den Donnerschlägen vibriert und wir den Rest des Abends mit grossen Augen die mächtigen Blitze bestaunen.
Da hat uns die Wetseason also gezeigt, was sie kann. Zum Glück ist ausser dem Znacht und ein paar Schrammen an der Haut nichts kaputt gegangen.
In Broome ist aber noch etwas anderes tolles endlich passiert. Der erste Fisch hing an der Angel! Ein ruckeln an der Schnur und dann mit Herzklopfen gezogen… Tatsächlich! Heureka! Jetzt haben wir den Dreh raus. Eine aufregende, glitschige Angelegenheit ist das! Vor lauter Juhee geht das Foto leider vergessen 🙁 Für intressierte: Es war ein „blue dotted coral stout“ und es folgen viele weitere, oft halt noch nicht pfannentauglich grosse Fische! Wir können uns im Moment fast nicht entscheiden, ob wir nun angeln, schwimmen oder schnorcheln wollen… Alles so toll hier!

Ein Nissan steckt im Bach

Im Cape Range NP widmen wir uns hauptsächlich dem Schnorcheln. Die Unterwasserwelt am Ningaloo Reef ist weltberühmt und wir verbringen täglich mehrere Stunden inmitten Fischschwärmen, schönen Korallen und buntem Getier. Die Hoffnung, eine Schildkröte, einen Riffhai oder einen Rochen zu sehen, bleibt (noch) unerfüllt.
Wir beschliessen, unser Glück weiter südlich zu versuchen und wollen den Yardie Creek, eine Flussmündung, am anderen Morgen bei Ebbe durchqueren.
Als wir dort ankommen sehen wir, dass es in der Tat eine schlechte Idee ist, es bei Flut zu versuchen.
Die beiden Brüder Andrew und Chris aus Perth haben ihren Nissan Patrol komplett bis auf den Rahmen im weichen Sand versenkt. Verzweifelt versuchen sie den bereits mit Salzwasser gefluteten Wagen mit dem Wagenheber und Sandblechen zu bergen, er steckt jedoch zu tief.
Adi versuchts mit der Seilwinde. Der sind aber die 4 (!) Tonnen des überladenen Wagens plus Sandwiderstand dann doch zuviel – sie streikt. Auch beim Versuch mit dem Abschleppseil regt sich der Patrol keinen einzigen Zentimeter. Der Ranger, der bei dem fünfstündigen Rettungsversuch nur achselzuckend gemeint hat, die Chancen stehen schlecht, ist wohl auch keine Hilfe. Er versucht dann wenigstens einen Traktor zu organisieren.
Da dieser aber ca. 2000 $ kosten soll, warten wir die abendliche Ebbe ab und wir machen uns beherzt nochmals mit der guten alten Schaufel und zusätzlich unseren Sandblechen ans Werk. Mit vollem Körpereinsatz unsererseits, der Hilfe zweier netten Holländer und der letzten Kraft der verzweifelten Brüder, schaffen wir die Karre ans Ufer! Freude herrscht 🙂
Mit dieser guten Tat haben wir übrigens grad noch ein schönes Projekt unterstützt. Die Jungs sind nämlich im Namen des „Blair Bush Project“ unterwegs, dass sie eigens ins Leben gerufen haben um während einer 6monatigen Reise durch Australien Spenden für die Familien von Kriegsveteranen zu sammeln.
Das wäre uns ja eigentlich schon Lohn genug gewesen, aber Andrew bedankt sich anderntags in Coral Bay äusserst grosszügig – mit einer ganzen Kiste Bier. Die Zwei schätzen unseren Einsatz so sehr, dass es fast schon rührend ist und so verbringen wir einen tollen Abend mit australischem Bier und ein paar Backpackern, die sich unsere Story wiederholt anhören dürfen 🙂

Von der Tierwelt

Noch nie zuvor haben wir so viele Tiere beobachten können wie hier in Westaustralien! Bei den Fahrten durch den Busch sind Begegnungen mit grossen und kleinen Eidechsen oder faulen Kängurus keine Seltenheit. Wir müssen sogar aufpassen, dass die im Schatten relaxenden Beuteltiere uns bemerken, bevor RoKi ihnen über den Schwanz rollt!
Dann sind da auch noch unsere liebgewonnenen Vögel. Um nur wenige zu nennen, die allgegenwärtigen Kakadus in klassischem weiss/gelb und schickem schwarz/rot, freche Gallahs in Pink und riesige Falken, deren Schatten sich im Sand abzeichnen und gwundrige Emus. Oder gar mächtige Adler, die wie in Zeitlupe ihre Flügel zum Abheben ausbreiten, wenn wir an ihnen vorbei fahren.
Im François Perron NP ist es dann erneut die Unterwasserwelt, die fasziniert. Vom Ufer aus, vergehen keine 3 Minuten, ohne dass man irgend ein Tier sehen kann. Sei es Rückenflossen von Delfinen oder Riffhais, den Kopf einer Schildkröte oder – und jetzt kommts – sogar Mantarochen! Die dunklen Flecken bewegen sich im türkisblauen Wasser und wenn dieses elegante Tier seine Flügel schwingt, erkennt man seine weisse Unterseite. Fabelhaft!
Eine ganz besondere Begegnung haben wir in Monkey Mia. Am späten Nachmittag erreichen wir die Bucht am Shark Bay, die besonders für ihre Delfine berühmt ist. Wir wollen uns noch kurz im Meer abkühlen und bekommen prompt Besuch! Zwei Bottlenose-Delfine werden neugierig und schwimmen keine Armeslänge entfernt um uns herum! Es scheint fast, als würden sie uns genauso spannend und sympathisch finden, wie wir sie – Wir können unser Glück kaum fassen und filmen, was das Zeug hält. SO TOLL!

19 Tage noch

Es gäbe noch bücherweise Geschichten zu erzählen, doch wir sparen uns noch was auf für Zuhause… Schon sehr bald sind wir nämlich wieder in eurer Runde.
RoKi hat bereits sein Ticket für die Verschiffung. Diesmal wird er in die zuverlässigen Hände des Massimo Bianco gegeben, denn da kann laut den vielen Empfehlungen, die uns zu Ohren kommen, gar nichts falsch laufen. Wir haben unser Heimflugticket für den 21. März.
Langsam neigt sich also unser Reiseabenteuer dem Ende zu. Aber!
Bis dahin wollen wir noch so oft es geht die australischen Eukalyptus-Duft-Explosionen riechen, frische Fische zum Znacht braten, die Füsse in den heissen roten Sand stecken und die freie, unbeschwerte und sommerliche Zeit ins Gemüt einsaugen. Um euch dann Zuhause stundenlang mit den Schwärmereien davon auf den Kecks zu gehen. 🙂
Wir werden aus Perth noch unseren Abschlussbericht senden, damit diese Geschichte ein gebührendes Ende findet.
Euch wünschen wir ganz viel freie Zeit im Terminkalender und dass ihr beim Staubsaugen ab und zu noch die letzten Konfetti findet, die euch ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
(Bei uns im Cockpit verstecken sich auch noch welche :))

Bis ganz bald, ihr Lieben.
Aus Kalbarri, J&A

Australien III

Von Victoria über South Australia bis Northern Territory

Von unbeschreiblicher Weite zwischen sage und schreibe 11 Nationalparks in den letzten 3 Wochen, von wilden Tieren auf dem stillen Örtchen und vielen Gleichgesinnten. Und von Adis legendären Lagerfeuern natürlich.

Wir kommen kaum noch dazu, euch von den Erlebnissen hier zu berichten, denn es gibt so vieles zu entdecken! Wir geniessen die Natur und das Privileg, die letzten 2 Monate unseres Abenteuers in diesem fantastischen Wunderland verbringen zu dürfen.
Naja, mal abgesehen von ein paar winzig kleinen Störfaktoren – aber dazu später.
Bei so vielen spektakulären Wanderungen, atemberaubenden Landschaften und idyllischer Natur ersparen wir euch längere literarische Schwärmereien und werden vor allem Bilder sprechen lassen. Hervorheben möchten wir stattdessen ein paar Begegnungen, gespickt mit Alltagsgeschichten aus dem Outback.

Die Schweizer Runde

In Hamilton, als wir gerade beim McDonalds Parkplatz gratis Internet ausnutzen, spricht uns ein breit grinsender Typ mit solothurner Dialekt an. Er, Florian, und seine Angetraute Corinna, sind ein Jahr lang im Toyota Landcruiser in ganz Australien unterwegs! Schnell merken wir, dass wir uns verstehen und so wird kurzerhand entschlossen, gemeinsam in den Grampians Nationalpark zu fahren. Die folgenden 3 Tage unternehmen wir gemeinsame Wanderungen, fachsimpeln über Gepäck, Fahrzeug und Erfahrungen und geben uns dem Heimwehschweizertum hin. Es gibt nämlich „Henderzimagrone“, Muffins und Brot aus dem Campoven. (Für diejenigen, die Adis Leidenschaft für Feuer, Eisentöpfe und Zwiebeln kennen – er war sehr, sehr glücklich über diese herrliche Kombination).
Als ob das nicht schon toll genug wäre, treffen wir auch noch den Zürcher Beat, der sich am Feuer dann als preisverdächtiger Gitarrenspieler entpuppt und neben ein paar Bluesklängen die Klassiker von Polo und Gölä zum Besten gibt. Unvergesslich!
(@Harry: thats gonna be a hard one to translate for your mate 😉

Natur pur – Kurzfassung

Viele Highlights erleben wir in den Nationalparks:
Ob in den Flinders Ranges, wo wir in der Einsamkeit des Talkessels den talentierten Vögeln zuhören. Oder im Otway NP, wo Adi fast vom pinkelnden Koala getroffen wird.
Auf dem Bunyeroo Gorge Track, wo RoKi auf dem malerisch geschwungenen Schottersträsschen posiert. In Cooper Pedy, wo wir staubpaniert die Schaufel schwingen und tatsächlich einen kleinen, regenbogenschimmernden Opal finden. Bei Curtin Springs, wo sich am Australiaday eine gemütliche, Portwein nippende Runde um unser Lagerfeuer einfindet.
Beim berühmten Uluru und Kata Tjuta, wo wir das Farbenspektakel des Sonnenuntergangs bestaunen. Beim Kings Canyon, wo wir mit unseren neuen Wanderbuddies Jan und Anna aus Stuttgart ganze 5 Stunden im königlichen Gestein vertrödeln und aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommen (@Irene: Er ist noch genauso magisch,wie er 2009 war ;))
Bei der Abenteuerwanderung in den West MacDonnell Ranges, bei der sogar schwimmen dazu gehört. (Zum Glück hat Adi sein Bear Grills Zertifikat, sonst hätten wir das nicht mit trockener Ausrüstung geschafft!), Oder im Hugh River, wo das nächtliche Heulen der Dingos, das im Tal hallt, für Herzklopfen sorgt, und, und, und….
Die Nationalparks übertreffen sich hier ja in Farbenpracht, Tiervielfalt und Schönheit und so vergehen die Tage im Flug mit ausgedehnten Wanderungen, anschliessenden Siestas in der Hängematte unter den Eukalyptusbäumen und mit dem abendlichen Feuerchen.
Wir haben viiiiele Fotos für euch gemacht.

Von Weissglut und Rettung

Was auf den Fotos weniger gut ersichtlich ist, sind die kleinen Nervtöter, die uns überallhin begleiten. Es sind die wohl frechsten Viecher auf dem Planeten – die in Nasenlöcher, Mundwinkeln, Augen und Ohren surrenden, sich nicht irritieren lassenden und verflucht unzähligen Fliegen.
Ah ja, und die Kollegen für die Nachtschicht, etwas weniger penetrant, dafür mit juckender Nachwirkung. Genau – Mücken. An diversen Orten bringt uns die Plage so zur Weissglut, dass wir glatt die schöne Landschaft drumherum vergessen und uns ganz der Verteidigung unseres Reviers widmen. Netz über den Kopf tagsüber wird zur Gewohnheit, Abends hilft nur lange Bekleidung und Adis Feuer, kombiniert mit Giftspray und Rauchspirale. Trotzdem gibt es in diesem Kampf keine Chance zu gewinnen. Mistdinger!
Da kommt es uns doppelt gelegen, als wir in Coober Pedy eines Abends von einer reizenden kanadischen Familie in ihr (fliegenfreies- Gottseidank) Wohnmobil zum Dessert eingeladen werden. Die vier, die sich MJMJ nennen (Monique, Jerôme, Max, Justine) kommen aus Quebec und machen das, wovon viele nur träumen. Sie haben ihr Leben in Kanada für ein Jahr auf Eis gelegt und machen im Familienpack eine Weltreise. Die beiden Kids Max (12) und Justine (9) werden von Lehrerin Mama unterrichtet und lernen neben Sprache und Mut auch ganz viel vom Fach Lebenserfahrung. Davon dürfen wir zwei als Campingnachbarn dann auch grad profitieren, denn Justine lädt uns in ihr „Restaurant“ ein. Die zweisprachig geschriebene Karte hat die Drittklässlerin zwei Wochen Arbeit gekostet und sie hat sich sichtlich Mühe gegeben. Sie zaubert uns dann, nachdem sie für ihre Familie zu Abend gekocht hat, ein himmlisch süsses Dessert namens Pavlova und wir staunen doch ziemlich, was dieses junge Mädchen alles kann. Ihr Bruder unterhält uns währenddessen mit seinen Tricks mit dem Rubiqcube. Eine wirklich aussergewöhnliche Familie, die einen unglaublichen Optimismus und ganz viel Lebensfreude ausstrahlt. Für diejenigen unter euch, die denken mit der Reiserei sei es vorbei, wenn man Familie hat – es ist also doch möglich!

Tropisches Überbleibsel

Palm Valley sei hier wegen der absolut coolen Flora und des noch cooleren Offroadtracks durch Wasser und Felsen erwähnt. Vor über 200 Millionen Jahren war halb Australien, also auch der Teil, wo heute Palm Valley ist, ein tropischer Regenwald. Das Tal ist derart gut geschützt vor Unwetter, Flut und Temperatursturz, dass da hinten tatsächlich haushohe Palmen das Bauchufer schmücken. Seit unvorstellbaren 200 Millionen Jahren! Man muss sich das mal bildlich denken – da fährt man tagelang durch eine dürre, staubige und hitzeflirrende Weite, wo der wolkenlose Himmel am Horizont scheinbar mit der roten Strasse verschmilzt. Und dann, inmitten der schattigen Felsen, erscheint plötzlich diese Oase mit bunten Papageien in der Luft, die nur so strotzt vor Fruchtbarkeit. Einfach zauberhaft!

Momente der Einsamkeit

Ja, es ist ein Thema das immer wieder beschäftigt. Der Moment, wo der Mensch mit seiner Schaufel und Papier sich aufmacht, ein einsames Plätzchen zu finden, um da einige Minuten der Erleichterung zu verbringen. Und ja – dieses pikante Thema birgt auch so einige unerwartet schöne Geschichten! Da man sich abseits des üblichen Wegs begibt, sind Chancen auf herrliche Aussichten, sowie Tierbeobachtungen stark erhöht, das bestätigen wir gern. Ausserdem ist „outdoor“ gegenüber der „gewöhnlichen Art“ hier im Outback aus nachfolgenden Gründen klar vorzuziehen.
Da wäre die Geschichte von Adis Begegnung im finsteren Toilettenhäuschen mit der hochgiftigen Redback Spinne. (Keine Sorge – Er lebt noch, sie nicht)
Oder dem Fröschli, das sich ein ungewöhnliches Zuhause in der Kloschüssel ausgesucht hat und sich da enorm gut tarnen kann.
Es gäbe da noch viel zu erzählen… Die besten Geschichten sparen wir uns aber für Zuhause auf.

Apropos Zuhause. Eure Vorfreude auf die Fasnacht ist bestimmt kaum auszuhalten! Wir werden selbstverständlich auch am Schmudo traditionell um 5.00 Uhr aufstehen und ganz viel Krach machen! (fangen jetzt schon an, selber die Fötzeli zu schnippeln)
Wir denken an euch, appellieren an eure Solidarität, auch zwischendurch ein Teezwätschge für uns zu trinken und wünschen E RÜÜDIG VERRECKTI FASNACHT!

Es grüssen herzlichst aus Alice Springs, bei 42 grad im Schatten
J&A

Tasmanien

Tasmanien

Wie wir vom Mitsubishi Pajero Club of Victoria aufgenommen werden, von den doppelten Festtagen bei Baldocks. Und vorallem von der atemberaubenden, rauen Schönheit Täsys.

Der Plan geht tatsächlich auf! Wir rutschen auf der Warteliste für die Fähre nach Tasmanien nach oben und erreichen die lieben Baldocks 2 Tage vor Heiligabend.

Die Freude ist gross, wir fühlen uns nämlich schon sehr Zuhause bei dieser herrlich humor- und liebevollen Familie. Die Festtage im sonnigwarmen Wetter werden unvergesslich schön, denn sChreschchendli findet uns sogar hier, am anderen Ende der Welt und unsere Gastgeber verstehen es unheimlich gut, uns ein Gefühl der Heimat zu geben – sogar inklusiv Fondue Chinoise.Als Santa dann auch noch mit einer neuen Gartenrutschbahn vorbei kommt, legen wir eine Nachtschicht ein, um ihm zur Hand zu gehen.
Am nächsten Morgen haben Santa’s Rentiere all das Futter, welches die Kinder Abends zuvor eifrig ausgestreut haben, gefressen und er selbst hat Milch und Keckse verputzt. Von all dem haben wir nichts mitbekommen, obwohl wir im Vorgarten gecampt haben. Cleverer Typ dieser Santa. Auf jeden Fall freuen sich die Kids riesig über die neue Rutsche im Garten.
Doppelte Feiertage, doppelte Freude. Doppelter Gaumenschmaus, doppelte Geselligkeit. Wir kuscheln uns eine Weile die wohlige Familienwärme ein, bevor wir uns wieder ins Entdeckeroutfit stürzen.

Tassie, die raue Schönheit

Wir wählen die Route im Gegenuhrzeigersinn einmal um die Insel. Entlang der Westküste nach Süden, quer via Hobart an die Ostküste, zur berühmten Wineglassbay und nach Norden via Bay of Fires zurück zur Basis Baldock.
Wir halten bei charmanten Städtchen, essen frische Fish’n’Chips, strecken die Nase in die Luft an Windsurfstränden und erkunden zu Fuss diverse Nationalparks.Eine unglaublich schöne, wilde und temperamentvolle Landschaft empfängt uns. Bei einer Wanderung durch die einsamen Dünen verzaubern uns die unvergleichlichen Farben der Flechten auf den Felsen. Anderntags ist es der grüne, dichte Busch mit seinem Moosüberwucherten, modrig kühlen Chaos aus Farn und uns fremden Hölzern. Und immer wieder der Blick auf das ungestüme Meer in seinem dunklen Blau mit den schneeweiss gekrönten, riesigen Wellen.
Tasmanien, von jedermann liebevoll Tassie („Täsy“) genannt, ist der zweitkleinste Staat Australiens und entspricht mit seiner Grösse in etwa der Schweiz. Seine Einwohnerzahl, mit 500’000 sympathisch überschaubar, wird insbesondere an den einsamen Strassen und Stränden deutlich. Ein weiterer Sympathiepunkt bekommt die Insel von uns für seine Grosszügigkeit in Sachen Camping. Ein Feuer? – sehr gern hier bitte! Schwemmholz vom Strand verwenden erwünscht. Eine Fahrt über den Strand? Klar, warum nicht! Fischen? Lizenzfrei im Meer immer! Camping Gratis? Willkommen an den schönsten Plätzchen! – Ach, hier ist übrigens die Toilette. Wir empfehlen jedem Camper der Welt, mal hier in Täsy vorbei zu schauen. Einfach herrlich!
Deshalb treffen wir auch Gleichgesinnte, nämlich den Mitsubishi Pajero Club of Victoria, dessen offroadbegeisterte Mitglieder uns sogleich in ihren Konvoi aufnehmen. Es folgt unerwartet ein Tag auf den Tracks in der Arthur Pieman Conservation Area. (Ja, hier ist irritierenderweise „Recreational Driving“ in den Nationalparks erlaubt). Der Tag klingt am Lagerfeuer aus, wo die technischen und landschaftlichen Highlights des Tages nochmal verherrlichend ausgelegt werden, wie es sich gehört. Danke, Pajeroclub!

Auf ins 2015

Den Jahreswechsel verbringen wir in Corinna, mitten im Nirgendwo, wo weder Handyempfang, noch TV verfügbar ist, und geniessen die friedliche Stimmung der letzten Sonnenstrahlen im 2014 auf einer rustikalen Holzveranda. Der schottische Barbesitzer serviert stilecht Whisky aufs Haus im Kilt und die Gesellschaft von einigen interessanten Australiern tun den Rest dazu, dass wir uns am richtigen Ort fühlen. Das alte Jahr wird gebührend verabschiedet. Was hat es hat uns unvergleichliche Erlebnisse gebracht, was hat es uns hingerissen, und was hat es uns alles gelehrt!
2014 ist passé und die Wucht der vielen Erlebnisse darin bringt uns selber zum staunen. Um Mitternacht hüpfen wir beschwingt ins 2015 und danach direkt ins Bett. Was für ein Jahr!
Umgehend bringt uns das neue Jahr, wahrscheinlich um dem alten Konkurrenz zu machen, ein weiteres Highlight: eine tolle Offroadfahrt zum höchsten Wasserfall Tasmaniens, dem Montezuma Falls. 4h für 28km, über Stock & Stein, durch Bergbäche und Schlammpfützen, zeugen von einer anspruchsvollen Strecke für unseren Freund. Er meistert die technisch teils schwierigen Passagen ohne zu murren. Danke RoKi!

Als wir am nächsten Tag via Strahan über den Strand zum „Hells Gate“ fahren, wird es uns etwas zu gruselig und wir verziehen uns von der Küstenregion wieder ins bergige Innland, wo wir zufällig einem Paar aus Hobart begegnen. Mit den sypathischen Zwei harmoniert die Wellenlänge derart gut, dass nach dem gemeinsamen Nachtessen sogleich eine Einladung zu ihnen in die Hauptstadt erfolgt. Als einer von den vielen weiteren, sich täglich überbietenden Eindrücken, sei hier noch der Mt. Field Nationalpark erwähnt. Schon allein die Ankunft dort, als der sonnigwarme Eucalyptusduft uns in die Nase steigt, ist berauschend. Die Ranger bieten sich als Führer für kostenlose Tierbeobachtungen in der Abenddämmerung an und so lernen wir sogar noch so einiges über die ältesten Bewohner dieser Insel. Wir beschliessen, uns hier ein paar Tage die Gegend anzuschauen. Eine Beschreibung der Szenerie würde derjenigen in keinster Weise gerecht werden, daher schaut euch doch die Fotos davon an.

Hobart

Nach der spannenden alpine Szenerie fahren wir über kurvige Strassen und über Schotterweg-Abkürzungen in das beschauliche Städtchen Hobart. Wir besuchen den sonntäglichen Bauermarkt (und treffen dort prompt auf ein junges CH-Päärchen welches selbstgebackenen Zopf verkauft), schlendern durch die Viertel Salamanca und Battery Point und begeben uns danach ins etwas ausserhalb gelegene MONA, das „Museum for old and new art“. Es wurde von einem verrückten Typen gebaut, welcher all sein Geld beim gambeln gewann. Und genau so verrückt wie der Besitzer, so kurios sind die Ausstellungsstücke. Die Maschine, die den menschlichen Verdauungstrakt nachbildet und somit auch furzt & sch*** regt unsere Diskussion über Sinn und Unsinn von Kust insbesonders an. Mehr Details verrät Google.
Abends folgen wir dann der Einladung unserer neuen Bekannten aus Hobart. Wir geniessen die amüsante, gesprächige und herrlich entspannte Zeit mit den sportlichen, jungen Leuten und dürfen sogar im Gästezimmer übernachten. Danke euch beiden, wir sehen euch in der Schweiz!
Nach soviel Stadtluft zieht es uns wieder zurück in die Natur, diesmal an die Ostküste, wo wir den südlichsten Punkt unserer gesamten Reise, die „Devils Kitchen“ auf der Tasman-Peninsula anfahren und uns weiter nördlich ab der grandiosen Natur im Freycinet-Nationalpark ergötzen. Wandern auf den Mount Amos, baden im kristallklaren Wasser der Wineglass-Bay & kostenlose Campingplätze in der Umgebung sorgen für eine tolle Zeit.
Die letzte Station der Westküste heisst dann „Sloop Reef“ an der magischen Bay of Fires. Hier versuchen wirs nochmals mit der Fischerei. Leider helfen uns auch die Tipps anderer Camper nicht, wir warten weiterhin auf den ersten fetten Fang. Wird langsam aber sicher zum Running-gag, unsere kläglichen Versuche.
Mit der fröhlichen Camperschar auf dem kostenlosen Spot kommen wir am Lagerfeuer bei einem Glas Rotwein auch noch der neuen Bezeichnung für RoKi auf die Spur: Zum ersten mal nach knapp 9 Monaten und 30’000km kommt jemand auf die Idee, unseren treuen Freund als Schweizer Taschenmesser zu bezeichnen. Er sei doch rot, habe ein schweizer Kreuz drauf, sei aufklappbar und äusserst Vielseitig verwendbar. Danke Becca & Fredy für den Hinweis. Dass wir da nicht selbst drauf gekommen sind!

Bevor wir nun wieder mit der Fähre nach Melbourne fahren, gehts nochmal zur Baldock-Familiy. Die grossen Kids verbringen einen Tag im Tierpark mit uns und am allerletzten Tag fahren wir mit dem Boot der Familie noch nach Port Sorell und lassen uns über die Wellen ziehen. Was für ein grandioser Abschluss! Liebe Baldocks, ihr seid grossartig und wir sind euch dankbar für jede Sekunde eurer Wärme, eurer Gelassenheit und eurer Freundschaft. Ohne euer Lachen und die Kinderschar wird uns die Weiterreise schwer fallen. Wir hoffen, euch so bald wir möglich bei uns zu haben! Um hier nicht weiter melancholisch zu werden, fasse ich kurz zusammen:
Täsy ist die herzförmige Insel, die ihrer Form alle Ehre macht.

Euch lieben Zuhause wünschen wir, dass euch die Vorfasnacht viel Freude bringt, Hals und Beinbruch auf der Skipiste und dazu eine zünftige Portion echten schweizer Winter. Unsererseits gehts nun an den Endspurt der letzten 2 Monate.
Nächstes Mal berichten wir euch vom Outback!
J&A

Indonesien – Australien

Bali und Australien

Vom Genuss des Wildkatzen-Kack-Kaffees, wie wir an der GV der Landyszene landen und vom langersehnten Wiedersehen mit Roki, dem saubersten Gefährten, den man sich wünschen kann. Von vorn:

Bali

Unsere Ferien in Bali kosten wir aus, mit allem was dazu gehört. Guide Made beantwortet alle Fragen aufschlussreich, mit viel Hintergrundwissen und in seinem ulkigen, akzentuierten Deutsch.
Alles läuft tiptop nach Plan, der Minibus kurvt mit uns über die Hügel am Vulkan, stoppt bei schöner Aussicht zum Mittagshalt und wir besuchen Tempel, Märkte und Handwerksstätten. Die Tempel, wie ihr auf den Fotos sehen könnt, immer schön im Sarong, wie es sich für anständige Besucher gehört. Genauso bunt wie unsere Sarongs, ist auch die Unterwasserwelt in Nordbali, die wir erst enthusiastisch mit dem Schnorchel erkunden, um danach noch einen Tauchtag obendrauf zu legen (Danke Miriam & Cornel). Direkt am Strand vor dem Hotel in Pemutteran liegt nämlich die berühmte Biorock-Anlage, die Korallenwachstum durch leichten Gleichstrom in versenkten Metallskulpturen fördert. Eine fantastische Vielfalt an Farben und Formen verzückt die Meeresbewohner und zieht uns magisch an. Die Erfinder der Biorockanlage produzieren den benötigten Strom mit Solar und haben für ihre nachhaltige Idee sogar einen Preis der UNO gewonnen. Tolle Geschichte.
Wir verbringen unsere Abende in gemütlichen, bambusüberdachten Warungs am Strassenrand. Einen der berühmten Wildkatzen-Kack-Kaffees probieren wir dann auch noch. Die Kaffebohnen werden von den Wildkatzen gefressen und – augenscheinlich unverdaut – wieder ausgeschieden. Dadurch bekommen die Bohnen eine etwas hellere Farbe, bleiben aber sonst ziemlich unverändert. Der Kaffe wird dann, nachdem er gewaschen wird, wie man das kennt geröstet und gemahlen. Schmecken tut er dann schlussendlich nach Kaffee. Nach nicht mal so gutem Kaffee, finden wir :).
Die Gesellschaft ist blendend, die Gespräche fröhlich und die freundlichen Indonesier mit ihrer liebevollen Gastfreundschaft tun den Rest dazu.
Paralell dazu läuft via email die ärgerliche Diskussion mit ECUline, die uns währenddessen zwingen, viel mehr als offeriert zu zahlen, da sie ansonsten das carnet de passage, unser Zolldokument, nicht weiterleiten. Um es hier mit Beschimpfungen über diese Firma nicht zu übertreiben, verwende ich das Wort: Mistkerle!
Wir empfehlen die Leute in Klang keinem Traveller weiter.

Schweren Herzens nehmen wir dann nach dem ersten Advent Abschied von Adis Eltern. Es war für uns eine herrliche, unbeschwerte, spannende und glückliche Zeit. Danke vielvielmals!

Melbourne

Da all unsere Kontakte leider keinen günstigen Schlafplatz für uns organisieren können – es geben sich aber alle grosse Mühe – tauchen wir ins Backpackerleben von Melbourne ein.
Eine Zeit lang erleben wir alle Dramen und Unannehmlichkeiten des normalen Alltags des jungen Rucksacktouristentums. Dazu gehören aufgetakelte Teenies, die morgens um 2 Uhr lauthals nach Shampoo rufen, furzgeschwängerte Luft in 16er Schnarchsäälen, Einladungen zum Marihuanakonsum, überteuertes Bier und viele deutschsprachige Unterhaltungen zum belauschen. Das ist zwar eine witzige Erfahrung, aber so richtig wohl ist uns dabei nicht.
Trübsal blasen ist aber nicht nötig, denn ein paar schöne Abende krönen unseren Melbourne-Aufenthalt. An einem davon, landen wir prompt an der Generalversammlung des Landrover owners club of victoria. Wir bekommen mit den netten Ladies und Gentlemen ein paar Infos zu hören und werden als Gäste beklatscht und anschliessend dezent ausgefragt. Der Altersdurchschnitt liegt bei Anfang Pension und die Ernsthaftigkeit des Anlasses erinnert stark an Zuhause. Trotzdem finden wir es einfach klasse, das uns diese Leute die Ehre der Anwesenheit gönnen. Einen weiteren verbringen wir mit Dana und Melissa, zwei charmanten Melbournerinnen, bei denen wir uns durch einen zufälligen Kontakt in Kuala Lumpur melden konnten. Dana stellt sich spontan als unsere Touristenführerin zur Verfügung und sorgt gemeinsam mit Tochter Melissa für einen entspannten Sightseeingtag, der mit viel Gelächter, interessanten Geschichten schliesslich in einem weinseligen Abend endet. Ohne uns je vorher gesehen zu haben, verbreiten die zwei in uns ein Gefühl des Willkommenseins und glücklicherweise teilen wir auch noch den selben Humor. Tolle Menschen!
Melbourne ist eine bezaubernde Stadt und es scheint hier von unabhängigen, modisch inspirierten und coolen jungen Menschen nur so zu wimmeln. Das öffentliche Verkehrsnetz ist hervorragend und man kann sogar Velos für ca. 2.- am Tag mieten.
Toll ist auch, dass der Staat Victoria keine Inspektion für Überseefahrzeuge veranlasst, sondern sich mit den Papieren des Heimatlandes zufrieden gibt. Das bedeutet: Fahrzeugausweis, Adresse mit Beleg und Kreditkarte packen, auf zum Strassenverkehrsamt Vicroads und 10 min. später einen Zettel (TAC85) raustragen, der uns berechtigt, hier herumzufahren. Das wäre also schon mal geritzt. Jetzt muss die Karre nur noch heil ankommen!
Vorallem aus kostengründen und auf die Gefahr hin, den Nachbarn zu ähnlich zu werden, suchen wir nach alternativen Übernachtungsmöglichkeiten. Die Fähre nach Tasmanien verpassen wir ja gezwungenermassen und versuchen in der hoffnungslos ausgebuchten Fähre einen Platz auf der Warteliste zu ergattern. Das Verschiebedatum besprechen wir erst mit Claudia, Janines Cousine. Da die Gefahr besteht, an erwähntem Verschiebedatum werde kein Platz frei, überrascht uns Claudia spontan und lädt uns sicherheitshalber kurzerhand eine Woche zu sich ein. Wir fliegen also spontan nach Tasmanien:)!

Devonport, Tasmanien

Wir lassen uns verwöhnen 🙂 Ob zum Weihnachtsapero der Theatergruppe, zum Frauenklatsch mit den Schweizerinnen oder zum Strand, wo es die besten Fritten gibt – wir dürfen überall mit dabei sein. Diese Woche essen wir die grössten Steaks, schlafen im bequemsten Bett und können uns endlich wieder mal nützlich machen. Ja, es ist richtig toll, wieder mal zu arbeiten! Adi schaufelt, schraubt und hieft, Janine wäscht, polstert und grillt. Die Woche vergeht wie im Flug.

Back in Melbourne

Diesmal klappts besser mit der Unterkunft; Airbnb hilft.
Schon Montagmorgen bekommen wir Bescheid, dass wir Dienstags, 07.00 vor Ort beim Auspacken des Containers dabei sein können. Schnell noch eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen und einen coolen Hut ergattert und jetzt kann es losgehen!
Mit dem Velo strampeln wir um 6.00 Uhr los, um bereits um 7.15 Uhr auf dem Speditionsgelände den Container öffnen zu können.
Hallo, RoKi altes Haus! Was haben wir auf dich gebangt! Und glänzen tust du immer noch so schön! Ein rührender Moment, auf den wir uns schon seit der Abreise gefreut haben.
Wir bekommen verordnet, dass der gesamte Autoinhalt ausgelegt werden soll, damit der Herr Inspektionsofficer sich alles genau anschauen kann. Die Staplerfahrer in den Leuchtwesten sind behilflich und machen Smalltalk mit uns… Würden wir auch gerne mitmachen, doch die Hemdsärmligen Männer haben einen derart extremen Dialekt, dass wir ihre Witzeleien und Floskeln bestenfalls erraten können. Immer schön lachen und nicken. Das mit dem Slang müssen wir noch üben! 🙂
Dann betritt der gefürchtete Inspektor mit seiner Taschenlampe die Halle und uns werden vor Nervosität die Knie weich. Gewissenhaft wird die Chassisnummer und der Motorraum kontrolliert und nach ein paar Handgriffen in die Radkasten, über die Sitzpolster und einem kurzen Blick über unser Equipment, bleibt ihm nur eins zu sagen: „Spotless“. Das Ganze dauert 5 Minuten. Unsere Putzerei hat sich also gelohnt. Dank der getroffenen Vorbereitungen (TAC85 und Haftpflichtversicherung) dürfen wir nun direkt losfahren.
Wild hupend verlassen wir das Gelände und können es nicht glauben, dass wir es nun tatsächlich geschafft haben! Roki und wir sind gemeinsam in Australien!!!

Wir werden die Feiertage in Tasmanien verbringen, danach mit Roki die Insel erkunden und ab Mitte Januar die Bundesstaaten South Australia, Northern Territory und Western Australia bereisen.
Es bleiben uns noch 3 Monate und oft ist das Ende unseres Abenteuers schon ganz Nah.

Wir wünschen euch ein wunderschönes Weihnachtsfest, an dem ihr eure Liebsten um euch habt, euch mit ihnen zusammen die Bäuche vollschlagt, gemeinsam Lieder singt, zu denen ihr das Jahr über den Text vergessen habt, euch über die Geschehnisse im 2014 amüsiert und ihr euch aneinander und vor allem an bester Gesundheit erfreut. Wir denken an euch!

Allerliebste Grüsse von Phillip Island,
J&A

 

Malaysia – Indonesien

Malaysia zum zweiten und Bali

Wie Adi fast einen Verschiffungsagenten vermöbelt und wir uns die Hände schrumplig schrubben. Von unserem Wiedersehen mit Mike-„Spike on the bike“ und von der Spannung, die bis zuletzt anhält, ob der Verschiffungskrimi ein gutes Ende nimmt. Und dann natürlich noch vom alles wieder gut machenden Empfang auf Bali. Aber mal von Vorne.

Die Einreise in Malaysia

Nachdem Adi in Koh Lanta der Daumen genäht wurde, machen wir uns auf zur Malayischen Grenze. Der unterste Zipfel Thailands gilt laut EDA als unsicher und so beschliessen wir, die letzte Nacht nicht ganz so weit unten, nämlich in der Nähe von Trang zu verbringen. Anderntags erledigt sich das Grenzprozedere fast wie von alleine. Erstens haben wir Übung und die Thais zweitens und die Malayen drittens auch. Schwupps, wir sind wieder in Malaysia, schon wieder ein bekanntes Fleckchen und erneut rufen wir uns die wenigen erlernten Sprachfetzen in Erinnerung und klauben das übriggebliebene lokale Bargeld aus dem Kasseli.

Angelversuche

Jetzt aber! Wir wollen es nochmal wissen und nehmen uns als erstes in Malaysia einen grossen Stausee vor, um dort endlich einen richtig fetten Fisch zum Znacht zu fangen. Es tummeln sich viele Locals mit Ruten um das ruhige Gewässer – scheinbar erfolgsversprechend hier. Die Abenddämmerung legt sich über die Hügel, die Luft kühlt angenehm ab und im blauen Schimmer des Sees spiegeln sich ein paar wuchtige Wolken. Die eifrigen Damen am Ufer, die schon einen ganzen Plastiksack voll Fische rausgezogen haben, beraten uns fachmännisch und teilen ihren Köder mit uns – ein nach Curry riechender, gelber Teig. Voller Optimismus macht Adi sich ans Werk. Und dann Janine.
Drei Stunden später haben wir, ausser die frechen Fischli mit Teig zu füttern, nichts erreicht. Petri Unheil, quasi. 🙂 (macht ja nichts, wir haben noch ca. 3,5 Monate Zeit)
Die Nacht dürfen wir, da wir sonst nirgends fündig werden, bei einem Feuerwehrdepot verbringen und die netten Männer passen auf uns auf. Hier in Malaysia soll es „not safe to sleep in the car“ sein. Sagen uns die Leute jedenfalls immer wieder.

Klang, Nervenprobe auf höchstem Niveau

Das grosse Ziel ist ja der rote Kontinent. Damit die Australier auch wirklich nichts an uns auszusetzen haben, planen wir eine ganze Woche Zeit zum putzen ein. Im Vorhinein hat Adi schon 3 Offerten für die Verschiffung eingeholt und nach eingem Abwägen, haben wir uns für die Firma ECULine entschieden, die uns zuverlässig und speditiv Timeline und die Kostenzusammenstellung zugestellt hat. Am Sonntag kommen wir in Klang an, der Suburb von KL und finden den idealen Platz für die bevorstehende Putzwoche. Das Hotel Viva liegt in Gehdistanz zum Verschiffungsagent, hat einen günstigen Inder um die Ecke (24h Betrieb und Reisteller für 2.-), den Waschsalon und Supermarkt in der Umgebung, den chinesischen Bauminimarkt als Nachbar und liegt im Kostenbudget. Montags, nach dem ersten Putzanlauf, betreten wir dann das Büro von Eculine. Hoppla! Der Wolkenkratzer mit seinen herausgeputzten Teppichetagen ist so gar anders als das improvisierte indische Zimmerchen in Kolkatta. Etwas geblendet von der professionellen Aufmachung treffen wir erstmals den verantwortlichen Agenten.
Leider stellt sich im Verlauf der Woche heraus, das der zwar die schöneren Lederschuhe als seine Berufskollegen in Kolkatta trägt und sein Englisch englischer rüberkommt, dies jedoch kein Indiz für Professionalität und Engagement sein muss. Während wir, an den zugestellten Zeitplan anknüpfend, das Auto putzen, warten wir vergebens auf neue Informationen betreffend der gebuchten Aussenreingung und des sogenannten Lashings, dem verzurren im Container. Die Firma enttäuscht unsere Erwartungen und wir müssen mehrmals vorbei gehen, auf den blankpolierten Tisch klopfen und unsere Abhängigkeit vom Zeitplan deutlich machen. Wird Roki nicht pünktlich eingeschifft, verpassen wir nämlich höchstwahrscheinlich die Fähre nach Tasmanien. Was erstens Weihnachten ohne Familie und zweitens hohe finanzielle Verluste bedeuten würde. Unseren Frust können wir nicht verbergen und nur beim schrubben etwas ablassen. Aber eben, die Warterei zieht sich hin… Der Agent vergisst ein Formular, das RoKi als „Dangerous Good“ deklarieren soll. Den angesetzte Termin fürs Lashing verpassen wir deshalb. Schon wieder sind wir wegen der Verschifferei ganz arg frustriert. Diesmal denn auch noch ganz überrascht, das es trotz guter Vorbereitung nicht klappt. Hier ist ja nicht Ramadan wie letztes Mal in Dubai. Und nicht Hochwasser wie in Mumbai. Nein, diesmal liegts einzig und allein an der Unerfahrenheit und Vergesslichkeit unseres Partners, das wir hier in festsitzen. Wir verfluchen alle Verschiffungsagenten der Welt und trösten uns beim Inder mit ganz viel süssem Tee!
Nun sind wir schon so lange hier, dass jeder in der Strasse uns morgens wie ein bekannter Nachbar begrüsst und wir die Menükarte an der Ecke auswendig kennen. Schön daran ist, dass beim Putzen immer wieder Besuch vorbei kommt und sogar mal eingeladen werden im Restaurant. Als Belohnung für den Einsatz gönnen wir uns dann ein Wochenende in der City und gehen wiedermal ins Kino, besuchen die extravaganten Petronas Towers, die Batu Caves, wo ein hinduistischer Tempel in eine riesige Höhle eingebettet ist, und spazieren im öffentlich zugänglichen Reh -/ Orchideenpark.
KL ist auf alle Fälle ein Besuch wert.

Wie wir putzen

Ich möchte hier etwas detailierter Beschreiben, welchen Aufwand wir auf uns nehmen, damit wir den lieben Australiern auch wirklich keine biogefährdenden Materialen einschleppen. Erstmal kommt alles raus aus der Kiste. Der Innenraum wird gesaugt und mit Seifenwasser und Bürste geschrubbt. Alle Textilien, inkl. Bettinhalt werden gewaschen und in die sauber gereinigten Kisten verstaut.
Jeder einzelne Schraubenzieher, jede Wäscheklammer, jedes Buch wird auf Verunreinigung untersucht, mit dem neuen (!) Lappen abgewischt und säuberlich verstaut. Jede Naht in den Polsterungen wird ausgesaugt. Der Wassertank 4x gespült. Die Armatur und der Fussbereich werden erst mit Seifenwasser geschrubbt, dann mit Zahnbürste und Wattestäbchen genauestens ausgeknibbelt, bevor alles mit Cockpitpflege auf hochglanz gebracht wird. Die Türen benötigen besondere Aufmerksamkeit, denn jede Dichtung befreien wir von hartnäckigem Schmutz und pflegen sie anschliessend mit Silikonspray. Dabei flicken wir auch das eine oder andere Eckchen mit Sekundenleim, Kitt oder – wenns zwar sauber ist, aber nicht so aussieht – einfach mit schwarzem Lackspray. Dann kommt alles, ausser unser Baligepäck wieder rein an seinen Platz.
Der Motorraum bekommt eine zärtliche, fettlösende Handwäsche mit der Zahnbürste und viel Schaum. Wir geben alles.
Stolz sind wir jetzt, Blasen zeugen von unserem Einsatz, der Rücken erinnert an die geleistete Arbeit. Von unserer Seite her sind nun, das glauben wir bis dahin, alle Vorbereitungen getroffen. Die Rucksäcke liegen gepackt im Hotelzimmer und nun warten wir nur noch auf die Jungs mit dem Hochdruckreiniger, die aussen nun mindestens genauso akribisch pingelig reinigen sollen wie wir innen. Die Aussenreinigung haben wir nämlich über den Agenten gebucht.

Der Aufsteller

Von Spike on the Bike, dem verrückten Briten auf Katie, seinem Velo, haben wir euch ja bereits mehrmals berichtet. Das Schicksal will es, das wir ihn tatsächlich wieder sehen! Unglaublich, aber wahr – wir haben in exakt der gleichen Zeitdauer Asien durchquert. Michael – den wir in Istanbul zuletzt gesehen haben – auf der nördlichen, wir auf der südlichen Route. Bei Dosenbier am Fluss in Kuala Lumpur, erzählen wir uns die strübsten, lustigsten und abenteuerlichsten Erlebnisse und freuen uns wahnsinnig, das unsere Wege sich genau hier nochmal kreuzen. Ein toller Abend mit einem tollen Menschen.

Besser spät als nie

Am Abend vor unserem Abreisetag gipfelt der Verschiffungskrimi in nervenaufreibender Spannung. Den ganzen Tag verbringen wir auf einem Waschplatz mit ein paar begummistiefelten, indischen Carwash-Jungs. Von denjenigen gibt es dort zwar einen Haufen, was es jedoch nicht gibt, ist der versprochene Hochdruckreiniger, sowie heisses Wasser. Als der gute Autowaschprofi nach ca. 20 min. mit seiner Prozedur durch ist, schauen wir uns sein Werk gespannt an. Nein, da muss er nochmals gründlich drüber. Gestikulierend und mit Nachdruck, zeigen wir auf schmutzige Stellen am Chassis und versuchen klar zu machen WIE sauber das hier werden soll. Leider sind die Vorstellungen verschieden und nach der dritten Schlauchdusche legen wir selber Hand an. Mit unverdünnter Chemie und  Bürste bewaffnet, machen wir uns am Unterboden zu schaffen. Dann, schätzungsweise 1000 Liter Wasser später, steht Adi nass bis auf die Unterhose auf dem ölverschmierten, sandigen Waschplatz. So harte Arbeit sind wir beiden verwöhnten Strandspaziergänger uns nicht mehr gewohnt.
Nach dem Trocknen übersprayen wir die unschönen Stellen mit schwarzem Lack.
Der Agent enttäuscht uns abermals und es ist schon dunkel, als der Abschlepptruck auf der Matte steht. Ausserdem regnet es in Strömen. Roki wird auf die schmierige Rampe aufgeladen und es geht los zum Hafen. Würden wir fahren, könnte die Putzerei von vorne beginnen, deshalb der Truck. Dort, nach weiteren Diskussionen (die zuständige Person hat Feierabend, es ist 22.00 Uhr) wird endlich ein leerer Container herbei gebracht. Aus Karton und Holzplatten basteln wir eigens einen „Teppich“ damit den Reifen auf dem Hafengelände kein Dreck anhaftet. Wir verlangen einen Besen, um den Containerboden eigens von eventuellen Unerwünschtheiten zu befreien. Danach, als Adi die Karre in die Stahlbox gezirkelt hat, wischen wir die Reifen zusätzlich alle nochmal ab. Batterie abhängen, letzter Kontrollblick mit der Taschenlampe und…23.00 Uhr: GESCHAFFT! Eine volle Woche später, 16 h vor Abflug nach Bali und ein paar graue Haare mehr.

Traumhaftes Bali / Indonesien

Ganz aufgeregt setzen wir uns in den Air Asia Flieger. Unsere strapazierten Nerven und geplagten Glieder sehnen sich nach der Erholung am Strand und unsere Herzen nach den beiden lieben Edith und Beni. Erstmals nach 7 Monaten ist da am Flughafen tatsächlich jemand, der uns abholt. Wir fallen uns in die Arme und können unser Glück kaum fassen! Adis Eltern haben für alles gesorgt und wir dürfen uns einfach ins Taxi setzen, unsere Geschichten sprudeln lassen und uns ganz dem süssen Wiedersehen hingeben. 4 Tage verbringen wir in Jimbaran in einem entzückenden Resort mit hinreissendem Frühstücksbuffet, traumhaftem Strand und ganz vielen gemütlichen Plauderstunden. Himmel, wie wir das jetzt geniessen!
Ein Ausflug nach Kuta, der touristischen Hochburg auf Bali, zeigt uns die, sagen wir mal belebtere Seite der Insel. Ein überfüllter Strand mit duzenden Surf-Anfängern, Strandverkäufern noch und nöcher und Australiern, die mit ihren Ferienstrohhütchen und einem kühlen Bier auf Plastikstühlen im Sand einsinken. Wir machen fröhlich mit. 🙂
Ab Mittwoch machen wir dann den Rest der Insel unsicher und entdecken zu 4t balinesische Kultur und Natur.

Uns geht es also grossartig! Happy End im Verschiffungskrimi. Hoffen wir nur, dass mit der Ankunft nicht auch noch so viel schief geht… Bitte drückt uns die Daumen!
Wir wünschen euch eine wunderbare Adventszeit, mit lieben Menschen um euch herum, und hoffentlich ganz vielen puderzuckrigen, weissen Flocken, die euch den Winter versüssen.

Cheers, J&A