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One life - live it

Balkan – 2. Teil

Bosnien – Kroatien – Montenegro – Albanien – Kosovo – Mazedonien

Bosnien
– zum 2.
Den Abend in Sarajevo verbringen wir das erste mal mehr oder weniger komplett im RoKi. Also das heisst, unser rollendes Daheim wird in ein Wohnzimmer umgebaut. Draussen schüttet es weiter wie aus Kübeln. Mit einem guten Buch und dem schreiben des ersten Berichts geht die Zeit auch schnell vorüber.
Der folgende Tag empfängt uns bewölkt, aber trocken. Mit einem Monster-Schoggigipfel aus der Pekarna rütteln wir im überfüllten Tram (das noch aus 70er-Jahre Sowjet-Beständen sein muss) rein nach Sarajevo. Sarajevo, eine Stadt, welche in der Geschichte mehrmals an die Weltöffentlichkeit gelangte. Der 1. Weltkrieg wurde hier ausgelöst (durch die Ermordung eines Mitglieds der österreichischen Kaiserfamilie), 1984 waren hier die olympischen Winterspiele und in den 90er Jahre war die Stadt während dem Bosnienkrieg rund 1400 Tage belagert. Jeder Sschoss auf jeden. Die Stadt lag danach in Trümmern. Schreckliche Dinge passierten in dieser Stadt. (Bei Interesse, lest euch mal ein bisschen ein, zB auf Wikipedia.)
Aufgrund der Auseinandersetzungen von damals gibt es in Bosnien immer noch ausländische Militärpräsenz, die sog. EUFOR ALTHEA. Die schweizer Armee beteiligt sich auch daran, mit einem kleinen Detachement in sogenannten LOT-Häusern. In Mostar treffen wir sogar zufällig auf ein kleines Grüppchen im schweizer Tarnanzug, mit welchem wir ein paar Worte wechselten. Schönen Dienst euch noch!
Genug der Geschichtslektion. Also, raus aus dem Tram, rein in die Altstadt. Enge Gassen, Souveniershops, viele Tauben und noch mehr asiatische Touristen. Alle paar Meter eine Moschee, danach aber wieder eine orthodoxe- und auch eine römisch Katholische Kirche. Sarajevo wird auch als das Jerusalem Europas bezeichnet, weil hier so viele Religionen dicht
an dicht beheimatet sind.
Neben dem herumbummeln in den Gassen, besuchen wir auch eine kleine Ausstellung, welche das Massaker von Srebrenica thematisiert. Fotos und Videos lassen es einem kalt den Rücken herunter laufen. Die Namen und Fotos der 20’000 Opfer sind an den Wänden zu sehen.
(Auch hier, wer dieses dunkle Kapitel nicht kennt -> Google ist dein Freund.) Nachdenklich und mit einem ziemlich flauen Gefühl im Magen verlassen wir die Ausstellung und machen uns zurück auf den Weg zum Campingplatz, wo RoKi und sein Wachhund geduldig auf uns warten.
Durch die bosnische Teilrepuplik Srpska fahren wir nun also über endlose, kurvige Strassen, vorbei an zum Teil äussert armen Dörfern zurück an die Küste, in die kroatische Exklave Dubrovnik.

Kroatien – zum 2.
In Dubrovnik angekommen sind wir ab der hohen Polizeipräsenz und der vielen abgesperrten Strassen etwas irritiert, finden aber doch noch den Camping. Dieser wird zwar als einer der teuersten in unserem bisherigen Reiseleben in Erinnerung bleiben, dafür sind wir nahe
vom Zentrum.
Die hohe Polizeipräsenz erklärt sich im übrigen damit, dass in Dubrovnik gerade 40’000 jugendliche Katholiken eine grosse Open-Air Messe feiern. Hunderte von Reisecars verstopfen überall alle Parkplätze und Trottoirs und am Abend sieht man überall Teenie-Grüppchen in der Altstadt. Wir ziehen, es ist ja schliesslich Samstag Abend, auch ein wenig durch die Bars in der wunderschönen Marmorstadt und lassen uns dann von einem Taxi zurückchauffieren.
Der nächste Tag ist dann (endlich!) der erste komplette Sonnentag auf unserer Reise! Die Altstadt Dubrovnik’s begrüsst uns von der schönsten Seite. Ein echtes Juwel, alles aus Marmor, schöne Kirchen, grosse Stadtmauer, Wachtürme, ein kleiner Hafen, enge Gässchen. Und leider auch komplett überlaufen von Touris und deswegen auch alles schweineteuer. Die Preise brauchen sich hinter Stadt-Luzerner Preislisten nicht zu verstecken. Im Sommer
muss es mittlerweile sehr hoch zu und her gehen, da viele internationale Jetsetter mit ihren Yachten vor Anker gehen. Ein krasser Gegensatz zu dem ein Tag vorher besuchten, eher ärmlichen Sarajevo.
Gestärkt mit Cevapici fahren wir an diesem Sonntag nur gerade mal 10km weiter, nach Kupari. Wir wollen es nach der langen Etappe vom Samstag etwas ruhiger angehen. Ein kleiner Camping mit grandioser Aussicht aufs Meer ist schnell gefunden und wir können zum ersten mal kurze Hosen anziehen und in der Sonne relaxen. Und waschen. (Einen Tumbler haben wir ja nicht dabei, also muss die Sonne schon mitspielen)
Da es in der Nacht dann wieder anfängt zu regnen, beschliessen wir weiter nach Montenegro zu fahren.

Montenegro
Kleine Anektote aus Montenegro. Frage, was haben die hier für eine Währung? Keine Ahnung. Also mal den nächsten Bankomanten ansteuern und etwas einheimisches Geld rauslaussen. Die Auswahl auf dem Display war 10, 20, 50 oder 100. Ja, aber 100 was?
Montenegrinische Lira? Konvertible Dollar? Immer noch keine Anhnung. Also mal auf gut Glück „50“ gedrückt und heraus kamen tip tope Euro-Scheine. Leicht verwirrt fahren wir weiter bis ein Stückchen nach der Bucht von Kotor, wo wir auf der Suche nach einem Camping in einem kleinen Café mit WiFi anhalten. Tataaa, Google sei Dank wissen wir nun, das Monenegro 2006 den Euro eingeführt hat, ohne aber dabei zur Währungsunion zu gehören. Tja, manchmal merken wir, das wir wohl nicht auf alle Länder so gut vorbereitet sind wie bis anhin gedacht.
Weiter finden wir über Montenegro heraus, dass:
a) der Tourismus in Montenegro noch etwas in den Kinderschuhen steckt
b) ein auf dem Navi eingezeichneter Campingplatz überhaupt nicht mehr sein muss, als ein überwucherter Stellplatz für Wohnwagen-Wracks und
c) dass in der Nebensaison überhaupt gar nichts läuft.
In der Nähe von Petrovac finden wir in der an der Küste doch noch einen Camping, der einigermassen zu empfehlen ist. Nach einem kleinen Standspaziergang am Abend fängt es dann auch wieder an zu regnen. Bäääääääääh! Als wir schon unsere Spaghetti Carbonara verdrückt haben, kommt Michael, ein velofahrender Engländer aus Birmingham, mit dem Ziel Neuseeland (!) aufs Areal und will draussen vor seinem Zelt im Regen noch sein Abendessen kochen. Wir laden in dann ein, er dürfe unsere Küche „im Schärme“ benutzen. Sichtlich erfreut über das Angebot verbringt er dann noch den ganzen restlichen Abend mit uns unter unserer grossen Markise und bei einem Bierchen tauschen wir uns aus.
Am Dienstag 29. April wollen wir unseren ersten Ruhetag einlegen und hoffen auf gutes Wetter, damit wir am Strand an unserer Bräune arbeiten konnten. Der Plan viel buchstäblich ins Wasser. Begleitet von tosendem Donnergrollen regnete es wieder den ganzen Tag. Wir beschliessen trotzdem einen Ruhetag einzulegen und verbringen den Tag also mit Filmen, Büchern und Reisebericht schreiben im RoKi.

Albanien
Am Mittwoch wollen wir also weiter nach Albanien. Eigentlich war eine andere Route geplant,
doch ein metallisches Geräusch aus dem Motorraum, welches uns schon ein paar Tage begleitet, zwingt uns, eine LandRover-Garage in Tirana anzufahren. Die Hotline zu TravelTECH in Horw versorgt uns zwar mit Tipps und Adi hat auch schon mal den Keilriemen entfernt und ein Lager geschmiert, das nützt aber alles nichts.
Also rein in die Stadt. Bei einer grossen Garage, welche „Original Parts LandRover“ anpreist, finden die überaus umtriebigen Albaner den Fehler leider nicht, schmieren dafür aber gleich noch das Lager der Spannrolle des Keilriemens. Weiter in die Stadt hinein finden wir dann „Kastrioti Motors“, eine top-moderne Garage, auf welchem Hof sich an die 20 LandRover tummeln. Reli, der Motorenspezialist hört mit einem Stethoskop alles ab und weiss 2min nach dem öffnen der Haube, das wohl der Gummi der Kurbelwellen-Riemenscheibe gebrochen ist. Keine 5min später liegt die defekte Riemenscheibe ausgebaut vor uns, und ja, die ist wirklich hinüber. Der Bürolist, (resp. der Typ der im Anzug und Klemmbrett unter dem Arm, der die ganze Zeit telefoniert was das Zeug hält) versucht unser Ersatzteil zu organisieren.
Wir haben in der Zwischenzeit das Vergnügen Padre Sergio aus Argentinien kennenzulernen. Er arbeitet in einer kleinen Kirche in den albanischen Bergen und hat gerade ebenfalls seinen Defender bei den Kastrioti-Jungs in Behandlung. Ein interessantes Gespräch mit dem sehr offenen Kirchenmann kürzt uns die Wartezeit ab. Um 17.00 kommt dann der Klemmbrett-Mensch wieder und informiert uns, dass alle Teile die er organisieren könnte, auch schon bereits etwas älter seien und zT Rost angesetzt haben. Eine neue Scheibe könne er zwar besorgen, doch die koste mehrere hundert Euro. Man verspricht uns, am morgigen Tag noch weiter zu telefonieren. Da RoKi derzeit nicht fahrtüchtig und halb zerlegt in der Garage
steht, konnen wir auch nicht mehr weg von hier. Der Neffe des Besitzers erlaubt uns dann aber, auf dem Hof des Areals zu übernachten. RoKi wird aus der Garage gerollt und wir richten uns ein. Die Mechaniker und alle Herumstehenden (und von denen gibt es in einer albanischen Garage viele!) sind Fans von unserem Hubdach, dem Innenausbau, dem Wasseranschluss etc.
Nachdem alle Herren, ausser dem Nachtwächter, nach dem Feierabend vom Areal verschwinden, werden wir zu unserer eigenen Überraschung von
der Haushälterin der Garage, zum Nachtessen eingeladen. Wer hätte das Gedacht,
die erste fremde Stube, in die wir eingeladen werden, ist in Albanien. Die Haushälterinn spricht leider kein Wort deutsch oder englisch und wir bringen ausser „falaminderit“ kein albanisches Wort über die Lippen. Trotzdem ists recht amüsant und wir fühlen uns wohl. Die Nacht aber war dann weniger wohlig…
Auf dem Vorplatz der Garage, mit Dauerregen, Strassenlärm, Hundegebell und direkt unter einer Hochspannungsleitung suchen wir etwas Schlaf.
Neuer Tag neues Glück? In der schicken Bar der Garage wird uns am Morgen danach Tee serviert, während sie sich wieder auf die Suche nach einem günstigeren Ersatzteil machen. Nach rund anderthalb Stunden war der Klemmbrett-Mann aber überzeugt, kein günstiges Occasion-Ersatzteil mehr organisieren zu können und wir müssen zähneknirschend dem teueren Neuteil zustimmen. Eine weitere Stunde später können wir mit dem, wieder fröchlich knurrenden RoKi, vom Hof fahren. Ciao Tirana, ciao Kastrioti-Jungs!
Albanien ist wirklich lustig. Auf den folgenden Kilometern Richtung Lezhe verändert sich der Verkehr und wir schmunzeln und gröölen über die ungewohnten Verkehrsteilnehmer.
Da gibt es auf der Autobahn Ponywagen, Kühe (die ziehen zwar nix, dürfen aber auch ein bisschen im Verkehr mitmachen), viele Fussgänger mit Schubkarren (man stelle sich die vielen Radio-Durchsagen vor, von wegen Personen auf der Fahrbahn) oder auch Tankstellen auf der Gegenfahrbahn, wo man aber problemlos abbiegen darf. Und es gibt auch sehr viele Schlaglöcher.
Weniger lustig finden wir den Abfall und Bauschutt, der überall herumliegt. Eine Badi, die sich auch den schönsten Camping Albaniens schimpft, ist unser nächstes Nachtlager. Ausser Kröten und Hundegebell gibt es da aber nicht viel zu entdecken.
Aber dafür empfängt der nächste Tag  uns mit Sonnenschein! Die Fahrt nach Kukes an der Grenze zum Kosovo, ist nun nicht mehr mit den vorher erlebten zu vergleichen. Eine TOP Autobahn führt uns durch imposantes Gebirge (und fast ohne Personen auf der Fahrbahn).

Kosovo
Zu den Herren Polizisten an der Grenze. Die finden das sehr abwegig, dass da eine Frau am Steuer sitzt und kommentieren auch direkt. Wir dürfen trotzdem rein und steuern Prizren an.
Prizren also… Adi ist ganz aufgeregt und sieht viele Veränderungen seit den letzten 4 Jahren. Wir tun, was man halt so macht in einer Stadt und schauen uns eine Moschee an, trinken Kaffee und flanieren herum.
Richtung Suhareke, wo Adi gearbeitet hat, kommen viele Erinnerungen auf und ich bekomme wieder mal Geschichtslektion und einige Anekdoten zu hören. Wir stoppen bei Alban. Den kennt Adi von damals und wir wollen bei ihm mal den RoKi gründlich reinigen lassen.
Alban begrüsst uns sehr herzlich und die Herren haben sich viel zu erzählen. Die Einladung, dass wir die Nacht auf seinem Areal verbringen dürfen, nehmen wir gerne an. Nach dem Einkauf und Zmittag (den Preis wollt ihr gar nicht wissen…So könnten wir fast täglich auswärts essen!) kehren wir zu Alban und seiner Familie zurück.
Der Abend ist dann wirklich toll. Wir werden auf dem Bauernhof hinter dem Waschplatz herumgeführt. Denn Alban wäscht nicht nur Autos, er und seine Familie haben auch
eine Hühnerzucht, produzieren Honig, brennen Raki, sind Jäger, Metzger und und und…
Albans Vater setzt sich zu uns. Er hat ein kugelrundes Gesicht, das oft komplett mit seinem Lachen ausgefüllt wird. Er erzählt uns aus seinem Leben. Agim hat so manches erlebt, er flüchtete nach Deutschland und hat keine Hemmungen, uns die ganzen Details seiner Odyssee damals zu berichten. Wir hören gespannt zu und sind schockiert, was er da alles von Handgranaten, Kalaschnikov, Schleppern, dubiosen Serben und seiner Angst um die Familie Zuhause sagt. Der gute, gschaffige Mann ist nun aber ganz froh, dass er in Frieden seine 15 Enkelkinder aufwachsen sehen kann, und seine 5 Söhne so fleissig sind.
Anderntags, graues Wetter, verabschieden wir uns und wollen uns dankbar zeigen. Partout nehmen die Leute aber nichts von uns an. Hupen und winken – und schon gehts weiter nach Pristina. Oder Tristina, bei dem Himmel passender.
Wir machen einen Abstecher zum Gazimestan – Monument und dann weiter nach Skopje.

Mazedonien
Und schon wieder ein neues Land. Mazedonien gibt sich, auf dem riesigen Platz mitten in der Stadt merken wir es, sehr stolz. Protzige Denkmäler, schicke Restaurants und aufgedonnerte Damen lassen uns staunen. Zum Glück sind die Preise noch nicht da, wo sie in anderen europäischen Städten sind.
Heute Abend wollen wir uns wieder mal der Körperpflege widmen und ein Raki-Tee aufbrühen, mit dem Raki welchen uns Alban noch mitgegeben hat.

Machts gut und viele liebe Grüsse,
Janine und Adi

 

Italien – Slowenien – Kroatien – Bosnien

Die erste Balkanwoche

Ein wirklich hoher Donnerstag war der letzte für uns, der hohe Donnerstag.
Ein rauschend schönes, unglaublich überraschendes und herzergreifend rührendes Fest war das!
Nicht nur, dass wir alle nochmal ganz fest an unsere Herzen drücken konnten. Sondern auch weil unsere Lieben sich zu unserer Überraschung ganz schön ins Zeug gelegt haben. An dieser Stelle nochmal unseren Allerliebsten Dank.
Wir zehren noch lange von den lieben Worten, den einfallsreichen Überraschungen und eurer grossartigen Unterstützung.
Am anderen Morgen, als dann auch das letzte Bierdeckelchen entsorgt war (dieser Meinung waren wir damals – aber dazu später…) sagen wir Sile & Beni schweren Herzens Tschüss…Sie werden wir, wenn alles nach Plan läuft, diesen Sommer in Indien wiedersehen.

Abends bei Adi’s Familie werden wir kulinarisch nochmals so richtig verwöhnt und gehen mit gemischten Gefühlen, das letzte mal „Zuhause“ schlafen.
Den Morgen danach verabschieden wir uns von sZämpe beim Straussen-Ei-Brunch und spätestens dann, beim Adieu sagen, brechen die Dämme.
Der Abschied fällt schwer. Aber nichtsdestotrotz ist es auch einfach nur schön, solch einen wundervollen „Hafen“ Zuhause zu wissen.
Unsere persönliche Eskorte (Ivo und Tanner) begleitet uns noch bis zur Gotthardraststätte und ich muss sagen, das hat was sehr ehrwürdiges. Danke Männer, das hat dem ganzen ziemlich Glanz verliehen :))

So, jetzt sind wir also unterwegs. Richtung Süden versuchen wir das mal zu realisieren.
Voller Freiheitsgefühle und Rückenwind fahren wir also durch bis Sirmione am Gardasee.
Die Älplermagronen (Danke, Isa!) munden und es geht uns prächtig. Naja, bis auf das kleine Missgeschick, dass Janine schon beim allerersten Kochen den Gasschlauch verschmürzlet.
Erstaunlicherweise (es ist ja schliesslich Ostersonntag) finden wir anderntags einen Ersatzschlauch. Ein Hoch auf Sirmione! Nach einem Spaziergang gehts dann auch schon los Richtung Slowenien/Kroatien.
Weil wir ja schrecklich gern Gesellschaft haben und es der Zufall so will, treffen wir in Kroatien (Umag) auch schon wieder die ersten Freunde. Die Jeeplis (so nennen sie sich, die 2 Paare Leonie&Lars/Claudia&Raffi mit den Jeeps) erwarten uns auf einem, dank Vorsaison nur leicht belegten, Camping. Wir verbringen einen ausgelassenen Abend mit Grill, rittiseile, und allerlei Fitnessübungen (wer Lars und Leo kennt, der weiss warum). Und wagen am anderen Morgen sogar das erste Bad im ziemlich kalten Meer. (Adi meint, der Riffigweiher sei doch um einiges wärmer gewesen ;))
Wir möchten zu den Plitvicer-Seen und fahren schon mal los, während sich die Jeeplis noch einen Abstecher nach Pula vornehmen.
Wir finden ein „Farmcamp“ ganz in der Nähe der Seen und der Regen beginnt uns schon ein bisschen Sorgen zu machen. Zum Glück trommelt Celiko, (Campbesitzer und „Schamane“ in Ausbildung :)) die Regenwolken weg und wir wandern am nächsten Tag bei strahlendem Sonnenschein an den superschönen Seen auf Winnetous Spuren. Apropos Winnetou: Der nächste Tag gehört auch Karl May. Nachdem wir am Abend die Jeeplis erneut treffen  und erneut gemeinsam den Grill anwarfen beschliessen wir eine Offroadtour mit ihnen Namens „Karl May“ zu unternehmen. Das lohnt sich sehr, merken wir, als wir das imposante Karstgebirge hochfahren! Ein toller Ausblick, winzig kleine Siedlungen und das passende wilde Wetter belohnen uns. Wildpferde bekommen wir leider keine zu sehen…Aber den Spuren zufolge muss es da „haufenweise“ geben. Nach Besuch des Baumarkts (der Wassertankverschluss ist etwas undicht) finden wir einen ausgestorbenen Privatcamping direkt am Meer und geniessen unseren letzten Abend mit den Jeeplis in Sukosan (Nähe Zadar). Wassertank geflickt (Danke Lars!) und Licht korrigiert verabschieden wir uns von den Lieben.

Unsere nächsten Ziele sind Split (Kroatien) und Mostar (Bosnien Herzegovina). Die Fahrt ist wunderbar kurzweilig dank den USB Sticks, die wir freudig durchhören und manchmal vor lauter Lachen fast den falschen Abzweiger erwischen.
Den Nachmittag verbringen wir in Split, einer schönen Hafenstadt und lassen so richtig die Touris raushängen, als wir gemütlich durch die Gässchen schlendern.
Abends erreichen wir den Camping Mali Wimbledon, südlich von Mostar und lassen uns als allererstes von Walter, dem österreichischen „Adoptivsohn“ der Campingfamilie, bequasseln. Nach einer Viertelstunde wissen wir nicht nur bereits alles über ihn, den Camping und das Essen hier, sondern haben auch schon einen Schnaps intus. Es gefällt und trotz Regen gut. Den Hunden anscheinend auch, von denen gibt es hier nämlich viele. Und Janine muss sich ärgst in Zurückhaltung üben, den treuherzigen Blicken der Strassenhunde nicht zu verfallen und sie zu streicheln.

Ach ja – die Bierdeckel. Es muss einem Spassvogel an der Abschiedsparty eine ganz tolle Idee gekommen sein. Derjenige beglückte uns nämlich mit einer (beeindrucken grossen) Menge an Bierdeckeln, die an den unmöglichsten Stellen im RoKi als kleines Andenken versteckt wurden. Jaja, euer Ziel ist erreicht – wir werden euch so schnell nicht vergessen!

Die Hundegebell- und Muezzin-Rufe geschwängerte Nacht also überstanden, besuchen wir Mostar. Sehr idyllisch, mittelalterlich-charmant und spannend ist das Städtchen. Wir sehen ganz unmittelbar nebeneinander Minarette, Kreuze, hören Glockengebimmel und sehen Frauen in langen Tschadors. Welch wunderbar gegensätzliches Mostar. Die berühmte Brücke „Stari Most“, die im Krieg zerstört und danach wieder aufgebaut wurde (wie sehr grosse Teile der Stadt) bewundern wir, und ausserdem auch den waghalsigen Typen, der sich gegen Bezahlung von der Brücke ins kalte Flusswasser  stürzt.
Das Essen hier ist laut Walter so toll, dass wir es unbedingt ausprobieren müssen. Und er behält Recht.
Das gilt übrigens auch für die Leute hier. Wir begegnen freundlichen und zurückhaltenden Leuten, fahren an staunenden Dorfjugend-Grüppchen vorbei und hie und da sehen wir ein „Daumen hoch“ wenn wir vorüber brummen mit unserem RoKi.
Wir machen uns also auf den Weg nach Sarajevo. An der Grenze hat uns Bosnien etwas ernüchtert… Nach Kroatien, mit seiner sehr mediterranen Ausstrahlung, wirkte Bosnien etwas grau und die Armut zeigte sich z.B. in den zahlreichen Autowracks seitlich der Strassen… Auf dem Weg Richtung Sarajevo aber, erkennen wir die Agglomeration, die uns von jeder europäischen Stadt wohlbekannt ist. Ein bisschen verfahren, ein bisschen fluchen, ein bisschen Stau und ein paar Stunden später finden wir den (laut Walter) einzigen Camping vor Sarajevo. Und es regnet. Dafür aber, haben wir einen Wachhund (der gehört zum Camping), der sich ab dem ersten Moment unsereiner angenommen hat und nun brav unter RoKi im trockenen sitzt und unser Revier verteidigt.
Für Morgen früh nehmen wir uns die Stadtbesichtigung vor. Nachher werden wir weiter südlich zurück nach Kroatien, genauer nach Dubrovnik fahren. Der Sonne entgegen! Hoffen wir zumindest.
Lange Rede, kurzer Sinn – Balkan : We like! Und euch, ihr lieben Daheimgebliebenen, ein schönes Wochenende!
Unsere herz(egovina)lichsten Grüsse
Janine & Adi

 

Abschiedsfest

Ihr habt uns umgehauen!

Jetzt, nach dem grossen Fest…
… Wo das leichte Ziehen an den Schläfen vorüber ist.
… Wo wir uns über all eure lieben Chärtli und Geschenke freuen durften.
… Wo uns immer wieder die fröhlichen Gesichter und die herzlichen Umarmungen durch den Kopf gehen.
… Wo ihr uns einen absolut unvergesslichen und einmaligen Abend beschert habt.
… Jetzt kann nichts mehr schief gehen! Mit so vielen guten Wünschen im Gepäck, kämen wir locker 3x um den Globus! 😉

Danke für alles!!
Um es wie die Ärzte zu sagen: “ Ihr seid die Besten, ihr seid die Allerbesten! Und nicht nur am Äquator, ja auch in Ulan Bator! “

Wir werden euch vermissen!
Janine & Adi

T -10d

10 Tage noch. Nervosität mischt sich unter die letzten Vorbereitungen. Haben wir an alles gedacht? Die Liste ist noch immer nicht komplett abgehakt und das grosse packen steht noch bevor. Aber wenns uns zu bunt wird, halten wir uns an den Grundsatz „Passport and Creditcard is everything you need“ 🙂

Ca. 97% unseres gesamten Hausrats ist nun entweder entsorgt, eingelagert oder verliehen. Es fühlt sich gut an, nur einen sehr beschränkten Teil des ganzen Zeugs bei sich zu haben. Vor dem Haus steht RoKi und der hat alles drin, was wir brauchen. Naja, fast alles jedenfalls 🙂

Bei den lieben Schmitzs haben wir ein tolles „Asylheim“ erhalten und wir fühlen uns sehr wohl. Wir werden bekocht, von den Kindern als Geschichtenvorleser in Beschlag genommen und dürfen uns voll unseren letzten „to do`s“ widmen. Wir revanchieren uns, indem wir beim Haushalt mit anpacken und versuchen uns möglichst nützlich zu machen.
Und manchmal können wir auch jetzt schon zurücklehnen, und die guten Gespräche an der Sonne mit einem Bierchen geniessen. Danke Schmitzs!

Was in den letzten Tagen geschah, in der Kurzversion:
Ein Tag in Brunnen – Adis Arbeitskollegen verabschieden uns herzallerliebst
Ein Tag bei Traveltech – neue Teile einbauen und uns von den Profis beeindrucken lassen
Ein Tag in Luzern – Sightseeing in der Heimatstadt, denn hier startet schliesslich unsere Reise
Ein Tag am Flohmarkt – Alten Plunder verscherbeln -> Merci Sile!
Ein Abend im Dojo – Selbstverteidigungskurs mit Jan (Aua!)

Ausserdem treffen wir fast jeden Abend Freunde. Und das ist toll!
Ihr macht uns den Abschied so leider aber nicht leichter. Wir werden euch bestimmt schrecklich vermissen!

Ausbau, Kapitel 15

Nun ist es soweit. An Ostern starten wir, blauäugig und naiv wie wir sind, unser Unterfangen.
Doch bevor wir unsere Reise antreten, mussten wir noch einiges erledigen:

1. Fertigstellen der neuen Front (Lampen montieren, Edelstahllampenringe montieren, Scheinwerferschutzgitter montieren)

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T -2 Monate

Hier stehen wir also, rund zwei Monate vor unserer Abfahrt.
Unser Internet- und Facebook-Auftritt zeigt langsam Wirkung. Es kommen immer wieder Nachrichten, Telefone und Mails, auch von z.T. uns unbekannten Leuten (sogar aus Deutschland), welche irgendwelche Fragen zu unserer Ausrüstung oder Bauplänen haben. Das starke Echo, bereits schon vor unserer Abreise, macht uns manchmal ein bisschen Baff. Aber wir freuen uns natürlich sehr darüber, dass so viele Leute an unserem Abenteuer teilhaben.

Wir werden aber auch immer wieder von der Familie und Freunden unterstützt.
Evelyn & Martin lassen uns vor unserer Abreise noch ein paar Tage bei sich wohnen. Lars, Knüsi & Irene, bieten uns Lagerfläche für Möbel und Kisten. Roli und Phippu haben für uns div. Sachen ausgeplottet und gedruckt. Patrick hat uns unterstützt bei der Fahrzeugbewertung fürs Carnet de passages. Isa gab uns wertvolle Tipps und teilte ihre Erfahrungen mit uns. Marco hat uns einen neuen „Lampen-Halter“ geschweisst. Silvan gibt immer wieder aktuelle News und Tipps von unterwegs durch. Papa-Beni wirft extra die Sandstrahlmaschine an. Kuno & Mättu liessen uns bei sich in der Garage unsere neue Stossstange und die Winde montieren. René versorgt uns mit Tipps, wo man günstig an Scheinwerfer kommt. Marion hat uns einen Backofen-Aufsatz für den Gasgrill geschenkt. Sile & Beni helfen uns bei der Durchführung unseres Abschiedsfests. Lars hilft uns bei der Anfertigung einer, sagen wir mal „Versicherungs-Optimierungs-Tafel“, Kuschti berät uns in Kamera-Fragen, etc.
Hier schon mal ein grosses Danke an alle, welche uns in irgend einer Form unterstützt haben und noch unterstützen werden!

Wo stehen wir heute?
Neue Pässe wurden beantragt, Kontakt mit dem Steueramt aufgenommen (unkompliziert, super!!), Militärmaterial abgegeben (Eggu ist nun offiziell ausser Dienst!), die Wohnung gekündigt (ja, leider haben wir trotz intensiver Werbung keinen geeigneten Untermieter gefunden), Fingerabdrücke bei der Polizei genommen (für’s Iran-Visum), den offiziellen Antrag für unbezahlten Urlaub ausgefüllt (Eggu), resp. das Kündigungsschreiben abgegeben (Jänu), letzte Kleiderbestellungen bei Mammut getätigt, die Route (vor allem in Südostasien) wieder mal angepasst, Post-Umleitungen eingerichtet, Verschiffungs-Agenten kontaktiert, letzte Bestellungen im Internet getätigt (neue Hupe -> tröööööööööööt, neue Lampen, Kanisterhalterung, Otterbox etc.), Einladungen fürs Abschiedsfest verschickt, Kontakt mit anderen Travelern aufgenommen, etc.

Was steht noch an?
Letzte Versicherungen abschliessen, Steueramt besuchen, Vollmachten einrichten, FindMeSpot programmieren, Handy-Abo’s ändern, zügeln, Probe packen, letzte Umbauarbeiten am RoKi tätigen (Standheizungsrohr, Lampen, Dachkisten, Hupe, Lampenringe…), Carnet beantragen, neue Foto-Kamera kaufen, Sponsor für eine GoPro finden (anyone?),

Was uns sehr freut, wir werden auf unserer Reise von Freunden besucht und wir haben auch schon diverse Kontakte, welche wir unterwegs besuchen dürfen.
Markus & Chappi fliegen Ende Mai zu uns in die Türkei und reisen ein paar Tage mit uns mit. Sile & Beni planen auch einen Besuch, wo ist noch nicht ganz klar. Indien oder Malaysia sind ein Thema.
Wir hingegen haben nun Kontakte mit Freunden, Freunden von Freunden und Verwandten in Singapur, Brisbane, Tasmanien, Perth…

Danke euch allen für’s „mit dabei sein“.
Janine & Adi /Eggu

PS:  Hier noch die Details, welche einige von euch angefragt haben.

  1. Der Backofen. Das Ding heisst: „Outback Oven“ und ist von der Firma „Backpackers Pantry“.
  2. Das Heckdach. Es wurde von einem Sattler aus Persenningstoff (Stamoid F 4128) angefertig. Es ist ca 1.30m breit und 1.40m lang und wird in eine Kederschiene eingefahren, welche am Hubdachrahmen angenietet ist. Dann werden Teleskopstangen entweder auf den Boden gestellt und die Blache abgespannt oder die Stangen gehen auf Airline-Schienen welche direkt am Fahrzeug angemacht sind. Weitere Detailfotos folgen.

Backofen

Zu Weihnachten haben wir von einer Kollegin einen Outdoor-Oven geschenkt bekommen. Das ist eine Art Haube, welche man über den Gaskocher stülpt und darin in einer geschlossenen Pfanne backen kann.
Das haben wir heute also gleich mal ausprobiert! Jänu hat also eine Pesto-Brotteig kreiert, welchen wir dann sofort (unter dem neuen Heckdach) gebacken haben.
Das Resultat überzeugte!

Weihnachtsgeschenke

Weiter geht’s mit dem Umbau des RoKi (neuer Nickname vom Landy ;-))

Er hat zu Weihnachten eine neue Stossstange, neue Seilwinde, ein neues Heckdach und eine neue Verkabelung der Scheinwerfer bekommen.
Vielen Dank vorallem an die Firma TravelTECH.ch in Horw für das zur Verfügung stellen der Garage, des Kleinmaterials und vorallem für die persönliche Unterstützung!

Jetzt fehlen nur noch ca. 200 weitere kleine Details, und dann ist der RoKi bald abfahrbereit.

Ausbau, Kapitel 14

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Kopie aus dem Offroad-Forum.de
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Nach langer Pause geht hier mal weiter.

Im November hatten wir nochmals eine Woche Urlaub, um am Landy div. Kleinigkeiten zu erledigen, zum Beispiel
ein neuer Verschluss für das Küchenbrett. Ein alter Kulturbeutel stand hier als Teilespender zur Verfügung.

Eine weitere „Kleinigkeit“ war dann die Seilwinde.

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